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Barer47 - Poker in München

Nur das Beste für 2008

Von roysflush, 03.01.2008, 4512 Aufrufe, 124 Kommentare | Kommentar hinzufügen

Zunächst mal Happy New Year an alle Leser. Möge das neue Jahr viel Spannung, Erfolg und Spaß bei gleichzeitiger Gesundheit bringen. Und zwar nicht nur im Poker sondern auch all den anderen Lebensbereichen (von denen es ja hoffentlich außer Poker noch ein paar gibt, lol).

Ich hab die letzten zwei Wochen versucht, neben ein paar Kleinigkeiten im Quiz den Fokus vor allen Dingen auf die Familie zu legen und ein bisschen Kraft zu tanken. War kein leichtes Jahr. Das mit dem Fokus hat ganz gut funktioniert, allerdings wurde das Thema "Familie" dann doch zu weitläufig ausgelegt, da wir mit Schwiegereltern, zwei Schwägerinnen, einem Schwager, zwei Nichten und dann natürlich meiner Frau und meinen beiden Töchtern gefeiert haben. Und nach vier Tagen hatte ich ehrlich gesagt genug. Wie heißt es so schön: Besuch und Fische fangen nach 2 Tagen an zu stinken, hehe. Von Entspannung also leider wenig zu sehen. Und deutlich zu viel gegessen und getrunken. Aber dazu gibts ja die Vorsätze fürs neue Jahr.

Da ich noch einige Anregungen für meinen Blog bekommen habe, und da meine geposteten Hände anscheinend oft fehlinterpretiert werden, möchte ich noch mal einen kleinen Sicherheitshinweis geben :-) .

Mein Blog soll KEIN Exempel für optimales Poker sein. Also bitte die geposteten Beispiele nicht 1 zu 1 nachspielen. Ich probiere eine Menge aus, verschiedene Stilrichtungen, verschiedene Strategien, verschiedene Konzepte und auch verschiedene Pokervarianten. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Ich lasse Euch so oder so an den Erfahrungen teilhaben und möchte eigentlich darauf hinweisen, dass es in der einzelnen Situation oft kein eindeutiges Falsch oder Richtig gibt, und dass man auf verschiedenen Wegen zum Ziel kommen kann. Manchmal kann es Sinn machen, unkonventionell zu spielen, manchmal ist der geradeliniege Weg der bessere. Auf jeden Fall ist jede Entscheidung immer von der aktuellen Situation, dem Image, den Gegnern, den vorhergehenden Händen usw. abhängig. Am erfolgreichsten für Anfänger und Fortgeschrittene ist nach wie vor der tight-agressive Ansatz. Semiloose und loose kann schnell in die Hose gehen, wenn man sich beim Spiel nach dem Flop noch nicht wirklich sicher ist. Daher habe ich auch hier eine Reihe von positiv und negativ Beispielen gebracht.

In letzter Zeit habe ich übrigens wieder sehr tight gespielt, was die Ergebnisse gleich verbessert hat. Weniger Risiko, und gepaart mir der nötigen Aggressivität trotzdem oft genug eine gute Auszahlung.

Wenn Ihr also eine Anleitung für erfolgreiches Pokern sucht, dann orientiert Euch bitte bitte an unseren Artikeln und Videos, da seid Ihr auf der sicheren Seite ;-) .

Soviel dazu.

Rezension Pokermatrix

Ich lese zurzeit die Pokermatrix, das Mammut-Werk mit 653 Seiten. Ich bin fast durch und denke, es ist ein guter Zeitpunkt, eine kleine Rezension zu schreiben.

Fangen wir mit der ersten Frage an: Ist das Buch lesenswert? Ich meine ja. Vieles, das ich zwar schon kannte, aber zum Teil nicht mehr wirklich im Blickpunkt hatte, konnte ich noch mal aus einer interessanten anderen Sicht lesen. Es gab auch einige Neues, kaum zu glauben nach mehr als 30 gelesenen Pokerbüchern. Aber gehen wir es der Reihe nach durch.

Zunächst klingen 653 Seiten recht viel. ABER: 210 Seiten sind Glossar. Wie bitte? Knapp ein Drittel des Buches ein Glossar? Was ist das denn? Meiner Meinung nach ist das Glossar sehr gut gelungen, wenn auch im Verhältnis zum Rest sicher zu lang. Aber es werden alle nur denkbaren Pokerbegriffe erläutert bis hin zu den Bezeichnungen einzelner Karten oder Kartenkombinationen. Also zum Durchstöbern oder als "Begriffslexikon" ein sehr nettes Goody. Dennoch: im Verhältnis zu den Beiträgen deutlich zu lang, oder die Beiträge zu kurz, je nachdem ;-).

Was mich etwas enttäuscht hat, war der Teil von "Buzzer" Thomas Bihl. Thomas hat sich als erfolgreicher SnG-Spieler diesem Thema angenommen, aber das gerade mal auf 46 Seiten. Für Spieler, die bereits ein bisschen Erfahrung mit SnGs haben, ist das deutlich zu mau. Es gibt zwar immer noch das ein oder andere zu lernen, aber da wäre mehr drin gewesen. Schade eigentlich, ist der "Buzzer" doch einer der erfolgreichsten SnG-Spieler Deutschlands. Für Einsteiger dennoch gut geeignet, für Fortgeschrittene gibt es bessere Literatur. Interessant fand ich das Thema mit den bedingten Siegwahrscheinlichkeit von z.B. KTs. Damit kann man sich mal intensiver beschäftigen und selbst ein wenig rumrechnen.

Stephan Kahlhammer hat sich, seiner Eigenschaft als Mathematiker entsprechend, mehr auf theoretische Betrachtungsweisen verschiedener Pokermoves konzentriert. Allerdings fehlen mir ein paar wichtige Erläuterungen, die ich in anderen Büchern bereits gelesen hatte und die für eine theoretische Betrachtung der Konzepte schon wichtig sind. Z.B. in welcher Frequenz ein Riverbluff Sinn macht. Da gibt es von Sklansky sehr gute Überlegungen. Insgesamt recht übersichtlich und passabel strukturiert, finde ich persönlich den Schreibstil nicht sehr ansprechend, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Stephan hat eben eine ganz besondere Art, sich auszudrücken. Und einen kleinen Fehler in einer seiner Formeln habe ich auch gefunden, den werde ich ihm aber direkt mitteilen, hehe. Wer ihn auch findet, mir hier posten, vielleicht kann ich Stephan dann für den Finder ein anderes Buch aus den Rippen leiern, als Finderlohn sozusagen  ;-) .

Sehr interessant ist der Teil von Michael Keiner, bei dem die Poker-Psychologie im Mittelpunkt steht. Durch anschauliche Beispiele aus dem Alltag dieses Profis kann man die Gedankengänge sehr gut nachvollziehen. Den Gegner spielen, nicht die Karten. Ein Prinzip, dass hier wirklich deutlich wird. Der Teil "Die neurolinguistische Programmierung" lässt allerdings vermuten, dass Psychologen oft genug selbst einen an der Klatsche haben und ist nicht ganz trivial. Hier wäre noch mehr Praxis-Bezug hilfreich gewesen. Alles in allem aber absolut wertvoll und sehr gut geschrieben. Für jeden Spieler empfehlenswert. 

Sebastian Luckbox Ruthenberg hat sich des Themas Multitable Turniere angenommen. Und er schreibt das finde ich recht gut und verständlich. Für Anfänger bietet dieser Teil Einblick in professionelles Turnierpoker, für Fortgeschrittene und gute Spieler könnte dies der Weg zum nächsten Level sein. Für mich die perfekte Lektüre, um sich vor einem größeren Turnier noch mal einzu-norden. Überhaupt finde ich es wichtig, dass man bei all den verschiedenen Formen und Varianten des Pokerns immer wieder darauf achtet, sich für spezielle Aufgaben noch mal entsprechend vorzubereiten. Hat man also z.B. die letzten Wochen nur Cash-Game gespielt, plant aber ein Live-Turnier mit 100 und mehr Teilnehmern, dann macht das Lesen spezieller Artikel, Bücher oder Kapitel auf alle Fälle Sinn, um wieder die speziellen Techniken und Strategien zu verinnerlichen. Und die mehr 110 Seiten von Sebastian sind dafür hervorragend geeignet. Gerade auch die Beispiele aus großen Pokerevents geben einen guten Einblick in die Denkweise erfolgreicher Turnier-Profis. Für mich persönlich ein sehr spannendes Kapitel und für jeden Spieler geeignet.

Katja hat sich auf das "Brot und Butter-Geschäft", das Cashgame, konzentriert. Der Teil ist sowohl unterhaltsam geschrieben als auch recht informativ. Hier wird nichts beschönigt und doch eine Menge Tipps gegeben. Gerade der Teil mit dem Test, der einem das eigene Spiel-Profil verdeutlicht – mit all  den entsprechenden Vor- und Nachteilen – ist sehr gut gemacht. Gut geeignet, mehr über sein eigenes Spiel zu erfahren und es eventuell besser in den Griff zu bekommen. Warum sind einige Spieler erfolgreicher als andere, und warum gibt es in diesem Sport auch viele Verlierer? Hier kann man einige Antworten dazu finden. Empfehlenswert.

Auf einer Skala von 1 bis 6 würde ich 5 Punkte geben. Auf dem Deutschen Büchermarkt (bezogen auf die deutschen Autoren) im Moment das beste mir bekannte Werk. Sicher kann man an der ein oder anderen Stelle noch mal nachbessern, aber alles in allem ein Standardwerk, welches man sich zulegen sollte. Und, nein, ich bin nicht an den Umsätzen beteiligt und werde auch von niemandem bezahlt für diese Rezension… lol.

So, das wars für heute. Bis denne und viel Spaß beim Lesen.

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